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Hyperthermiezentren Berlin - Dortmund




Wärmetherapie (Hyperthermie) immer erfolgreicher in der Krebsbehandlung

-ein altes Konzept erfährt moderne Modifikationen-

Trotz positiver Entwicklungen in der etablierten Krebstherapie ist es eine Tatsache, dass viele Krebserkrankungen in fortgeschrittenen Stadien nicht mehr heilbar sind und auch die klassische Chemo-/Strahlentherapie bei vielen Tumorarten (z.B. Krebs der Bauchspeicheldrüse, des Magens, der Brust, der Lunge und andere) nur wenige Wochen oder Monate das Leben verlängern können. Umso wichtiger ist es, sich heute mit den sogenannten Spontanremissionen zu beschäftigen, Krankheitsverläufe, bei denen eine Krebserkrankung „von allein“ wieder verschwindet. Viele Erklärungsansätze wurden überlegt, aber eine wichtige Tatsache wurde kaum wahrgenommen, dass viele dieser Patienten mit Spontanremissionen hochfieberhafte Infekte durchlaufen haben.

Abgeleitet aus empirischen Beobachtungen aus der Medizin der Kolonialzeit fiel englischen Ärzten auf, dass Patienten nach einer gravierenden fieberhaften Infektion, zum Beispiel Malaria, weniger anfällig waren für bösartige Erkrankungen. Diese Berichte waren so eindrucksvoll, dass biologisch arbeitende Ärzte immer wieder versucht haben, mit verschiedenen Medikamenten bei Tumorpatienten künstlich Fieber zu erzeugen. Diese Art der Behandlung wird als Fiebertherapie oder auch aktive Hyperthermie bezeichnet.

Es kamen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Das in Deutschland am meisten genutzte war Vaccineurin, ein Bakterienlysat aus 2 verschiedenen Bakterienstämmen. Versuche, mit verschiedenen Mistelpräparaten, Interferonen etc. führten zwar auch zu dem gewünschten Effekt der Fiebererzeugung und zur Veränderung einzelner Parameter im Immunsystem, der Verlauf einer Tumorerkrankung konnte jedoch nur wenig oder kaum beeinflußt werden. Aus meiner klinischen Erfahrung ist es daher absolut wichtig, zur Fiebertherapie ein Bakterienlysat zu verwenden.


Wer profitiert von einer aktiven Hyperthermie (=Fiebertherapie)?

Patienten, die häufiger an Infektionen erkranken und bei denen deshalb der Verdacht auf ein geschwächtes Immunsystem vermutet wird. Oft besteht bei ihnen eine sogenannte Temperaturstarre, das heißt, die körpereigene Temperatur bleibt über den Tag konstant, während normalerweise bei gesunden morgens die Temperatur ca. um 0,5 Grad niedriger ist als am frühen Abend.

Nach erfolgter Tumortherapie kann die Fiebertherapie eine gute Sekundärprophylaxe bedeuten. Je nach Tumorart und -stadium wird in der klassischen Krebstherapie eine adjuvante (vorbeugende) Chemo- und/oder Strahlenbehandlung durchgeführt. Beide Verfahren schwächen das Immunsystem erheblich, so dass im Anschluss eine Fiebertherapie eine sehr wertvolle Möglichkeit darstellt, die körpereigene Abwehr wieder zu trainieren. Nach meiner Beobachtung besteht hiermit eine gute Möglichkeit, ein evtl. Rezidiv, das heißt ein Wiederauftreten der Tumorerkrankung, zu behindern.

Eine weitere Domäne der Fiebertherapie, vielleicht die interessanteste, ist die Behandlung von Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, wo entweder die klassische onkologische Behandlung versagt hat, oder bei Tumorarten, die weder mit Chemo- noch mit Strahlentherapie angehbar sind. Interessante Therapieerfolge liegen vor bei Weichteilsarkomen, metastasierten Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nierenzelltumoren und maligenen Melanomen (Hautkrebs).


Wie funktioniert die Fiebertherapie?

Die Behandlung kann ambulant bzw. teilstationär durchgeführt werden.

Abb.1 Fiebertherapiezimmer

Morgens werden dem Patienten die Bakterienlysate intravenös als Kurzinfusion verabreicht. Nach 2 bis 3 Stunden entwickelt er Fieber, wie man es von einem grippalen Infekt her kennt: Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen etc., Symptome, die in unterschiedlicher Ausprägung auftreten können. Wenn das Fieber dann mindestens um 2 Grad gestiegen ist, fängt der Patient an zu schwitzen und sollte in dieser Phase besonders kreislaufmäßig kontrolliert werden, damit der Blutdruck nicht zu sehr abfällt. Nach insgesamt ca. 6-8 Stunden kann der Behandelte nach Hause entlassen werden. In unterschiedlichen Intervallen wird die Fiebertherapie wiederholt, diese richten sich nach dem Immunsystem, der eigentlichen Erkrankung und dem Tumorstadium.

Allerdings muss man kritisch sagen, dass natürlich auch die Fiebertherapie keine „Wunderwaffe“ darstellt, dass aber auch bei sogenannten austherapierten, weit fortgeschrittenen Erkrankungen schon Stabilisierungen möglich waren, sogar deutliche Rückgänge von Tumoren bis hin zum Verschwinden von Metastasen.


Demgegenüber sprechen wir von passiver Hyperthermie, wenn wir bei einem Patienten kontrolliert die Temperatur durch unterschiedliche Geräte erhöhen. Man unterscheidet die passive Ganzkörperhyperthermie (bei der der ganze Patient überwärmt wird) von der lokalen Hyperthermie, die man einsetzt, um einzelne befallene Organe mit Wärme zu behandeln, zum Beispiel bei einem inoperablen Bauchspeicheldrüsenkrebs oder bei Lebermetastasen von verschiedenen Primärtumoren.

Die passive Ganzkörperhyperthermie kennt unterschiedliche Graduierungen: eine Körperkerntemperatur von 38,5 bis 40,0 °C bezeichnet man als modrate, eine Temperaturerhöhung auf größer 41,5°C als extreme Hyperthermie.

Alle passiven Hyperthermieverfahren fuktionieren primär in Verbindung mit Strahlen- und/oder Chemotherapie. Neuerdings versuchen wir auch andere zytotoxische (Tumorzellen zerstörende) biologische Medikamente mit der Wärmebehandlung zu kombinieren, zum Beispiel mit ultrahoch dosierten Mistelextrakten. Handelt es sich um ein lokalisiertes Tumorgeschehen, so ist nach meiner Erfahrung die lokoregionale Tiefenhyperthermie die wesentlich effizientere.

Abb. 2 lokale Hyperthermie

Nach CT- oder MRT-Befund wird die Einstellung vorgenommen, damit das Tumorareal genau in dem magnetischen Feld liegt. Die Behandlung ist für den Patienten nebenwirkungsarm und dauert pro Sitzung 60 bis 90 Minuten. Das Tumorareal wird alle 2 Tage behandelt, insgesamt 6 mal pro Zyklus. Nach jeweils 2 bis 4 Wochen Pause wird ein neuer Zyklus begonnen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die lokale Überwärmungsbehandlung eine gute Ergänzung für viele Standardtherapien darstellt und damit die Erfolge deutlich verbessert werden können. Eine retrospektiveAuswertung von 42 behandelten Bauchspeicheldrüsenkrebspatienten zeigte einen eindrucksvollen Erfolg verglichen mit amerikanischen und europäischen Datenbanken.


Zusammenfassend kann man feststellen, dass sowohl die aktive als auch die passive Hyperthermie wertvolle Krebstherapien darstellen, die - richtig eingesetzt - vielen Patienten schon helfen konnten, ihre Erkrankung zu heilen oder zumindest positiv zu beeinflussen.



Ihr Dr. Michael Kalden